Erich Kästner zu Gast bei Himmel un Ääd

Humor ist der Regenschirm der Weisen – ein Erich Kästner Abend.

Vor 120 Jahren, am 23. Feb. 1899, wurde Erich Kästner in Dresden geboren. Aus diesem Anlass unternahm Claudia Dietze einen Streifzug durch Leben und Werk des Autors. Begleitet wurde sie von Christoph Scherhag am Klavier. Er bereicherte den Abend mit Evergreens der 20er Jahre. Liedtexte luden zum Mitsingen ein.

Bis in den letzten Winkel und bis auf den letzten Stuhl war das Begegnungscafé Himmel und Ääd an der Altenberger Dom Str. besetzt. Fünfzig Kästner Freunde fanden den Weg dorthin.
Schon beim Betreten des Cafés war Erich Kästner präsent. Auf dem Klavier grüßte er von einem Foto. Ein Tisch mit einer Spitzendecke, auf dem ein Aschenbecher und eine Kerze ihren traditionellen Platz hatten, gehörten ebenfalls zu dieser Atmosphäre. Er symbolisierte einen beliebten Platz von Erich Kästner in einem Berliner Café. Dort entstanden viele seiner Werke. In einem Gedicht nannte er diesen Ort liebevoll – Versfabrik.
Eine originelle Idee war sein Name in Großbuchstaben, mit Wäscheklammern befestigt, die an einem Seil hingen. Jeder Buchstabe stand für eine Station in seinem Leben.

Zwei Stunden waren gefüllt mit einem bunten Mix aus Gedichten, Briefe an sein geliebtes Muttchen und Erzählungen aus seinem Leben. In seinem Gedicht „Kurz gefasster Lebenslauf“ schrieb er: „Ich gehe durch die Gärten der Gefühle die tot sind und bepflanze sie mit Witzen“. Claudia Dietze setzte die Texte mit passenden Accessoire , als Muttchen und als Dame der 20iger Jahre, in Szene. Das Bild, das sie uns über Kästner vermittelte, zeigte einen Menschen mit vielen Facetten. Sensibel, schüchtern und verwegen. Immer wieder sorgte der Wechsel zwischen Klavierspiel und Texten für Begeisterung bei dem Publikum, der mit Zwischenapplaus belohnt wurde.

Mit dem Lied „(Das) Euch gibt`s nur einmal“ wurden die Zuhörer verabschiedet. Claudia Dietze hielt jedoch noch eine Überraschung für jeden Gast bereit.
Es waren Zigarettenschachteln, die sie mit einem Aufkleber – Poesie statt Paffen – präpariert hatte und mit einem Gedicht füllte. Allerdings wäre das keine Alternative für Kästner gewesen, der ohne Zigaretten nichts zu Papier brachte. Doch der Abend endete für einige erst viel später. Er hinterließ Spuren, die zu weiteren Fragen und Diskussionen führten.

Die Gage für diesen Abend, sowie Spenden und Trinkgelder, flossen in die Café-Quartalsprojekte: Straßenkinder in Bolivien sowie an Platte e.V. zur Finanzierung eines Wärmebusses.
Allen, die zur Durchführung und zum Gelingen des Abends beitrugen einen herzlichen Dank. (Hannelore Herd)

Comments are closed.