Aeham Ahmad, der „Pianist aus den Trümmern“ im vollbesetzten Pfarrsaal Schildgen – Musik für Frieden und Menschlichkeit

Zum zweiten Mal schon war Aeham Ahmad, der syrische „Pianist aus den Trümmern“ von Damaskus zu Gast bei H&Ä im bis zum letzten Platz gefüllten Pfarrsaal in Schildgen.

„Es war einfach wunderbar, dabei zu sein zu dürfen und mit Aeham Ahmad einen wirklich besonderen Menschen live zu erleben – seine Musik, seine Begeisterung beim Spiel(en) und Singen, seine so offensichtliche Freude daran, den Zuhörern FREUDE zu bringen. Danke, Aeham Ahmad für deine strahlende Menschlichkeit.“ – so eine Besucherin.

„Ein imposantes und wichtiges Benefizkonzert, um die Flüchtlingsarbeit hier im Stadtteil und damit die absolut wichtige Integrationsarbeit zu unterstützen! Ein großer Dank an alle Akteure für diesen vorbildlichen und engagierten Einsatz. Hierdurch können die Flüchtlinge sich in Schildgen entfalten, an der Gesellschaft teilhaben und somit zu einem friedlichen Zusammenleben beitragen.
Ich bin sehr stolz, in unserer Stadt solch aktive und engagierte Menschen zu haben. Das verdient höchste Anerkennung und Wertschätzung!“ (Josef Willnecker, Erster stellvertretender Bürgermeister der Stadt Bergisch Gladbach).

Aeham Ahmad, der mittlerweile in ganz Europa, sogar in Japan seine Konzerte gibt und die Menschen mit dem unsäglichen Leid in Syrien durch seine Musik und seinen Lebensweg berührt. Als palästinensischer Flüchtling ist er in Syrien aufgewachsen, als Flüchtling lebt er heute in Deutschland. Doch seine Geschichte ist eine Erfolgsstory.

Mit seiner Autobiografie „Und die Vögel werden singen“ hat er ein zutiefst bewegendes Buch geschrieben. Es ist spannend, sehr persönlich, man taucht ein in eine uns fremde und  weit entfernte Welt, die dramatischer, tragischer und trauriger kaum sein kann. Aber: „Es gibt immer Hoffnung“, schreibt Ahmad am Ende seines Buches. Er hofft auf Frieden für Syrien  –  und die Menschen im vollbesetzten Pfarrsaal in Schildgen mit ihm.

Seine Musik berührt auf eine ganz besondere Weise, weil sie an das Gewohnte anknüpft und die Zuhörer an diesem Faden mitnimmt auf eine Reise in andere Welten. Welten von Krieg und Zerstörung, aber auch Alltagswelten und Erinnerungen. Das Publikum wurde immer wieder von ihm mit einbezogen und ermuntert, Melodien mitzusingen bzw. zu summen. So waren die Menschen ganz nah dabei, ließen sich anrühren von der Stimmung und von der Lebensgeschichte des Musikers. In den gespielten Stücken schwingt viel Leid mit, aber immer wieder auch Freude und Hoffnung. Arabische Klänge mischen sich mit europäischer Klassik, virtuos springt Ahmad von einer Melodie zur anderen, man spürt welchen Spaß er dabei hat und das überträgt sich auch auf die Zuhörer.

Mit seinem ausdrucksstarken Klavierspiel, seinen Kompositionen und Improvisationen, seiner hohen kehligen Stimme, die unter die Haut geht, aber auch seinem zurückhaltenden, bescheidenen Auftreten begeisterte und beeindruckte Aeham Ahmad sein Publikum.

Die klug und einfühlsam ausgewählten Passagen aus seinem Buch – sensibel und lebendig vorgetragen von Julitta Münch – zeigen, dass er auch mit Worten und Bildern ein Künstler ist. Durch die vorgelesenen Episoden aus dem Buch, das trotz der traurigen Geschichte durchaus auch humorvoll ist, fühlte man sich ganz nah dran an dem Menschen Ahmad, konnte ihn und seine Musik verstehen und sich gleichzeitig ein Bild davon machen, wieviel Leid und Schmerz all diejenigen erlebt haben, die es vor drei Jahren mit der großen Flüchtlingswelle zu uns getragen hat und diejenigen, die immer noch in den Trümmern des Krieges leben.

„Ich bin Pianist, ich habe nie Fahnen geschwenkt. Meine Revolution ist die Musik. Ich spürte: Das muss die Sprache sein, in der ich protestiere. Auch wenn es niemand hört.“, so schreibt Aeham Ahmad in seinem Buch. Der Abend mit Konzert und Lesung war ein großes Plädoyer für den Frieden, eine Absage an Gewalt und Krieg und hat alle, die dabei waren, tief beeindruckt.

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