Heute saß Peter Martin, unser Dorfpolizist, auf dem Sofa bei H&Ä

Freitag Abend, Peter Martin sitzt  gespannt und erwartungsvoll auf unserem H&Ä Sofa, um sich unseren Fragen zu stellen.

Der „Tatort“ Münster ist für unseren Dorfpolizisten nur eine „Privatsache“, d.h. eine der wenigen TV-Sendungen, die mit seinem Beruf „verwandt“ und für ihn sehenswert sind. Sein  „Tatort“ als „Dorf-Sheriff“ (wie er sich selbst ironisch bezeichnet) ist Schildgen – und dieser sei weit weniger spektakulär. Peter Martin erzählt Persönliches und anschaulich über seinen Berufsalltag sowie über die gesellschaftlichen Entwicklungen und deren Auswirkungen auf die Polizeiarbeit. Zunächst antwortet er noch ruhig und eher „vorsichtig“ – aber im Verlauf redet er sich warm, wirkt engagiert, lebendig, humorvoll und nachdenklich zugleich.

Schildgen sei eher ein „ruhiges Pflaster“ und natürlich nicht vergleichbar mit den Herausforderungen und extremen Problemen der Großstädte Berlin, Hamburg oder Köln. Aber auch hier gäbe es Kriminalität, d.h. Einbrüche, Überfälle, Betrug sowie Verkehrsdelikte und -unfälle. Insbesondere seien in Bergisch Gladbach auch mehrfach Menschen Opfer der Betrugsmasche „Polizeianrufe zu Ihrer Sicherheit, Abholung von Wertgegenständen und Bargeld“ geworden. Betrüger würden sich telefonisch als Polizisten ausgeben und versuchten, das Vertrauen und die Arglosigkeit der Bürger auszunutzen. Niemals würde die „echte“ Polizei telefonisch die Bürger auffordern oder darum bitten, Geld oder Wertgegenstände wegen vermeintlicher akuter Einbruchgefahr bei ihr in Sicherheitsverwahrung zu geben.

Besondere, emotional nicht einfache Situationen sind für Peter M. Verkehrsunfälle mit Kindern sowie der Umgang mit den betroffenen Eltern. Das würde von einen Polizisten viel fordern, d.h. sowohl Einfühlungsvermögen für die Menschen und gleichzeitig ruhig zu bleiben, einen klaren Kopf und Übersicht zu bewahren. Zum Glück gäbe es heute bei besonders schweren Unfällen für die Polizisten (aber auch für andere Einsatzkräfte wie Sanitäter, Feuerwehrleute usw.) professionelle psychologische Begleitung. Das wäre entlastend, sehr hilfreich. Diese Möglichkeit habe es zu Beginn seiner Berufstätigkeit als Polizist in den 70er und 80er Jahren noch nicht gegeben.

Aber auch Unfälle, bei denen Tiere betroffen seien – wie z.B. schwer verletzte Hunde, das lässt ihn nicht unberührt. „Was glauben Sie, wie ein verletzter Hund Sie anschauen kann!“, so zeigt Peter Martin seine emotionale Seite.

Über seine Erfahrungen im Berufsalltag mit den Schildgenern wünscht er sich doch sehr, dass z.B. die permanenten Falschparker, die wirklich auch zum Verkehrshindernis würden, ihr Verhalten ändern und ein Einsehen haben. Ihn würde wirklich die immer wiederkehrende „Ausrede oder Entschuldigung“: „Aber es waren doch nur 2 Minuten“ ärgern. Nicht dass der Eindruck entstehe, dass  seine Hauptarbeit wäre, auf „Falschparker“ zu achten, sondern seine Aufgabengebiete seien sehr vielfältig wie z.B. Ermittlungen, Durchsetzung von Haftbefehlen, Opfernachsorge bei Einbrüchen, Einsätze bei häuslicher Gewalt, Präventionsarbeit in Kindergärten und Schulen. Es gäbe natürlich auch schöne und manchmal lustige Momente in seinem Berufsalltag.

Peter Martin gewährt uns kleine Einblicke zu Privatem: sein Lieblingseis sei z.B. Panna Cotta, sein Musikgeschmack sind die Beatles, Peter Maffay, deutsche und internationale Songs. Den frischen kühlen Nordseewind lässt er sich gerne zur Erholung um die Nase wehen – aber Schildgen mit seinen vielfältigen Naherholungsangeboten und dem liebenswerten, überschaubaren Ortskern, den netten Menschen hier … weiß er sehr zu schätzen.

Der Abend klingt aus mit einer sehr lebendigen Diskussionsbeteiligung von ca. 30 Gästen und viel Applaus für den gelungenen Gastauftritt von Peter Martin. Der Dank gilt auch Margret Grunwald-Nonte, die wieder einmal mit ihrem ansprechenden Interviewstil und einfühlsamer Moderation zum erfolgreichen Abend beigetragen hat.

Wir können hier nur einen kleinen Ausschnitt von dem spannenden Abend wiedergeben. Das Beste ist immer, zu unseren Abenden „Auf dem Sofa bei H&Ä  – heute…“ persönlich zu kommen und live zu erleben, welch eine Vielfalt von beeindruckenden Persönlichkeiten wir auf dem Sofa begrüßen dürfen.

Lassen Sie sich überraschen, wenn wir am  23. März 2018 Anne Akkerman und Bettina Groth vom ökumenischen Beratungsbüro Schildgen „Auf dem Sofa bei H&Ä“ begrüßen.

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